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Der Podcast Berlin Angst entstand im Rahmen eines Projektkurses von Masterstudierenden der Freien Universität Berlin zum Thema Kritische Sicherheitsstudien.

Die Anschläge in Paris und jüngst die Attentate in Brüssel haben nicht nur der deutschen Öffentlichkeit vor Augen geführt, dass europäische Hauptstädte in den Fokus von islamistisch geprägtem Terrorismus geraten sind. So liegt es nahe, sich zu fragen: Wie sicher sind wir hier in Berlin? In der deutschen Hauptstadt herrscht wie im Rest des Landes eine „abstrakt hohe Gefährdung“, wie Sicherheitsbehörden sagen. Der Leiter des Berliner Verfassungsschutzes wurde in der BZ sogar mit den Worten zitiert: „Es ist die höchste Warnstufe, die wir haben. Höher geht es nicht – alles, was danach kommt, ist Bumm!“

Die Sorge bleibt, dass die deutsche Hauptstadt in naher Zukunft Ziel eines terroristischen Anschlages werden könnte. Kurz vor dem Jahreswechsel 2015/2016 proklamierte eine Studie der Stiftung für Zukunftsfragen die „Rückkehr der German Angst“. Diese neue German Angst – das angeblich landestypische Phänomen, wonach die Deutschen in besonderer Weise ein von Zukunftsangst und enormem Sicherheitsbedürfnis geprägtes Volk seien – sei nicht zuletzt auf die große Verunsicherung und Angst vor Terroranschlägen zurückzuführen, so der Herausgeber der Studie. Vor diesem Hintergrund wird das Phänomen der German Angst zu Berlin Angst.

Städte als politische und wirtschaftliche Machtzentren bieten mit Regierungs-, Finanz-, oder kritischer Infrastruktur eine hohe Anzahl lohnenswerter Ziele für terroristische Anschläge. Darüber hinaus bieten sie eine große Zahl sogenannter „soft targets“, alltäglicher städtischer Orte mit großen Menschenmengen, die von den Sicherheitsbehörden nur sehr schwer überwacht und beschützt werden können und immer stärker in den Fokus von terroristischen Anschlägen gerückt sind. In der Sicherheitsforschung haben die Städte im letzten Jahrzehnt verstärkt Aufmerksamkeit erhalten. Auch werden Bedingungen untersucht, unter denen Individuen und lokale Communities mehr Verantwortung für ihr eigenes Risikomanagement übernehmen können.

Die “abstrakte Gefahr” und die damit verbundene Verunsicherung werden nicht nur von den Bürgerinnen und Bürgern Berlins empfunden, sondern sie wirken sich auch auf eine Vielzahl städtischer Akteure aus. Ziel unseres Projektes Berlin Angst ist es zu untersuchen, wie sechs verschiedene Akteursgruppen mit der Angst vor einem terroristischen Anschlag in Berlin umgehen.

Wie sind sie an der Herstellung von Sicherheit vor Terrorismus beteiligt? Wie schätzen sie die Bedrohungslage ein? Wie wirkt sich das auf die Praxis und den Arbeitsalltag der Akteure aus?

Um diesen Fragen aus möglichst verschiedenen Blickwinkeln nachzugehen, behandelt das Projekt neben klassischeren Akteuren wie Sicherheitsbehörden und Politik auch die Perspektiven von Medien und Wissenschaft sowie Katastrophenschutz und Zivilgesellschaft.

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